Die heute in Europa veröffentlichten Konjunkturdaten, machen noch einmal die konjunkturellen Probleme im europäischen Wirtschaftsraum deutlich. Auch in Europa haben sich die wichtigsten Indizes und Indikatoren nach unten entwickelt. Was das für die Devisenmärkte und den Euro bedeutet, zeigt sich seit Dienstag auf den Forex-Märkten. Die heute in Deutschland veröffentlichten Arbeitslosenzahlen geben kaum Anlass zur Freude. Zwar sind die Arbeitsloszahlen erneut unter die drei Millionen Marke gesunken und damit so niedrig wie seit 1992 nicht mehr, doch die Arbeitsmarktdaten gelten als nachlaufende Konjunkturindikatoren. Was das heißt, hat auch der Leiter der Bundesagentur für Arbeit bei der Verkündung der neuen Zahlen gleich mitgeteilt: Es wird in nähere Zukunft wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen gerechnet, denn die Finanz- und Wirtschaftskrise wird auch in Deutschland nicht am Arbeitsmarkt vorbei gehen. Dennoch ist die Ausgangssituation in Deutschland derzeit besser als im gesamten Euroraum. Die europäischen Mittelmeerstaaten kämpfen bereits mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Außerdem hat die Europäische Zentralbank heute die Geldmenge im Euroraum bekannt gegeben. Experten rechnen mit einer Verlangsamung der Expansion der europäischen Geldmenge. Die Europäische Zentralbank könnte dies als Argument nutzen, ihre Geldpolitik zu überdenken und entsprechend zu lockern. Außerdem erwarten die meisten Analysten für die nächste Woche einen sehr großen Schritt der Europäischen Zentralbank: Es wird erwartet, dass es zu einer Senkung der Leitzinsen von derzeit 3,25 Prozent auf 2,50 Prozent, also um ganze 75 Basispunkte kommt. Für das kommende Jahr wird im ersten Quartal ein Leitzinsniveau von 1,75 Prozent erwartet. Gründe dafür sind die schlechten konjunkturellen Aussichten und die langanhaltende Finanzkrise. Die Energiepreise sind in den letzten Wochen und Monaten kontinuierlich gefallen, was gegenwärtig dämpfende Wirkung auf die Inflationsrate hat. Eine Senkung des Leitzinses könnte den Euro auf bis zu 1,32 Dollar katapultieren. An den Devisenmärkten konnte der Euro heute gegenüber den Dollar und den Yen zulegen. Die guten Arbeitsmarktdaten beflügelten die europäische Gemeinschaftswährung am Vormittag des heutigen Handelstages. Aber auch der Euro ist nicht immun gegen die Aktienentwicklungen an den Börsenmärkten. Denn es hat sich heute mal wieder gezeigt, dass mit den steigenden Aktienkursen auch die Risikoscheu der Investoren sinkt. Daher ist die Nachfrage nach der europäischen Gemeinschaftswährung heute wieder gestiegen. Negative Entwicklungen an den europäischen Aktienmärkten sorgen dagegen für Repatriierungen von US Dollar und Japanischen Yen.

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27. November 2008