Erwartet werden sie ja schon, die Verluste des deutschen Aktienmarktes für die aktuelle Woche. Die Banken und auch die Broker haben schon vorsorglich vorbörslich auf die negativen Vorgaben verwiesen, die aus den USA kommen. Aber schaffen die es wirklich, den deutschen Leitindex maßgeblich zu drücken, der bereits die Marke von 5.000 Punkten geknackt hatte in der letzten Woche?

Nach Angaben von Profis der Börse könnte es sogar wahrscheinlich sein, dass der Leitindex dann auf 4.735 Punkte abfällt. In dieser Woche werden zumindest die ersten Berichte auf die Investoren einprasseln. Ach ja – noch ein wichtiger Punkt steht in dieser Woche auf der Agenda – der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank.

Das wird dann eine Woche der Höhepunkte hinsichtlich der Berichterstattung, die Investoren damit erwarten können. Und die sind nicht sehr zuversichtlich für den Verlauf der Woche, zumindest wird ein sehr schwacher Auftakt erwartet, die durch die negativen Vorgaben aus den USA noch gestützt werden. Der Dow Jones Industrial hat am Freitag bedingt durch den negativen Arbeitsmarktbericht aus den USA sehr schwach geschlossen. Und der Future des US-Leitzins hatte am Morgen der aktuellen Woche schon ein Minus von 1,20 Prozent unter dem Xetra-Schluss des Freitag zu verzeichnen.

Die Börse aus Japan konnte ihre Impulse für die Prognosen der aktuellen Woche nicht einfließen lassen, denn die war am vergangenen Freitag aufgrund des Feiertages dort geschlossen. Von dort sind aber keine marktbewegenden Konjunkturdaten für die Woche zu erwarten.

Am Abend des Freitag eröffnete Alcoa die Berichtssaison aus den USA. Die erste volle Handelswoche im Jahr 2009 ergab dann, dass der Dax am Freitag hinter seinem Vorjahresschluss her blieb.

Ist das ein schlechtes Omen?

Am Markt gilt die Entwicklung der ersten Handelstage eines Jahres statistisch als Richtung für das gesamte Jahr. Dieser Indikator hat sich seit 1993 lediglich zwei Mal geirrt. Und wenn die statistische Erhebung auch im aktuellen Jahr zutrifft, dann ist die Euphorie der ersten Handelstage damit wohl schon verblasst.

Spannend wird sie wohl allemal, die aktuelle Börsenwoche – auch wenn die wirklichen Turbulenzen wohl ausbleiben werden. Börsianer sprechen von einer Realitätsprüfung, die im Moment durchlaufen werden muss. Das setzt aber voraus, dass die Anleger erst einmal die Negativstimmung, die schon Weltuntergangscharakter hatte, hinter sich lassen. Erst dann ist ein realistischer Handel überhaupt wieder möglich.

Inzwischen geht auch die gefürchtete sogenannte Gewinnwarnungssaison aus den USA so langsam aber sicher zu Ende. Ein Wunder, die Negativnachrichten haben uns ja alle schon zum Ende 2008 hin reichlich erreicht. Jetzt wird die Berichtssaison 2009 von den Investoren erwartet, die hoffentlich die ersten Höhepunkte mit sich bringt.

Und dann ist da noch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank, der die Finanzwelt momentan beschäftigt. Wird der Leitzinssatz noch einmal deutlich reduziert?

Der Tradition folgend wird auch der US-Aluminiumkonzern Alcoa, der führend in den USA ist, die ersten Quartalszahlen bekannt geben. Und von Intel wird für den Donnerstag – nach Börsenschluss – die erste Zwischenbilanz 2009 erwartet. Und die haben die Anleger schon in der vergangenen Woche gründlich geschockt – nämlich mit der Umsatzwarnung für das vierte Quartal 2008, in der die Nachfrage so stark einbrach, dass auch die im November schon gesenkte Umsatzprognose nicht erreicht werden konnte.

Es scheint eine spannende Woche am Aktien- und Devisenmarkt zu werden?

 

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12. Januar 2009