Der 1. Januar 1999 brachte uns eine wichtige Neuerung, nämlich den Euro. Die Währungsunion in Europa war gelungen und der Euro die neue Gemeinschaftswährung. Auch wenn die Ursprünge eher in einem politischen Kuhhandel liegen und ihre Hintergründe in der deutschen Wiedervereinigung haben – der Euro hat wurde eingeführt als Währung. Nicht selten wurde er aber auch in Verbindung mit den Preissteigerungen, die der Einzelhandel teilweise mit dem Euro einführten, als Teuro bezeichnet.

Glaubt man den Politikern, die schließlich auch hinter ihrem „Baby“ stehen müssen, dann hat der Euro in den letzten 10 Jahren eine echte Erfolgsgeschichte erlebt. Als politische Konstruktion hat sich der Euro aber aufgrund seines relativ jungen Alters noch nicht wirklich gegenüber der D-Mark behaupten können, oder? Auch wenn die Politiker uns gern ständig bestätigen, dass seine inflationäre Entwicklung bisher weitaus positiver verlaufen ist als die der D-Mark. Kein Wunder, die musst ja auch einige Jahre mehr ihre Bewährungsarbeit leisten.

Der Euro ist eine echte konstruierte Währung, die durch keinen materiellen Gegenwert – wie zum Beispiel ein Edelmetall – gedeckt ist und eher aus sogenannter dünner Luft heraus geschaffen wurde. Der Euro wird von der Europäischen Zentralbank herausgegeben, wobei Deutschland auf sein Banknotenrecht verzichtet hat und jetzt nur noch im Bereich der Münzen bei der Herausgabe aktiv werden darf.

Bedingt durch die europäische Gemeinschaftswährung entwickelte sich fast schon ein Binnenmarkt im europäischen Bereich, der sich sicherlich nicht nur für die Industrie als vorteilhaft erweist. Privatleute mögen den Euro dagegen bis heute teilweise nicht wirklich gern und die wehmütigen Gedanken an die D-Mark sind auch heute – nach 10 Jahren – noch in vielen Köpfen vorhanden.

Wie aber berechnet der Euro eigentlich seinen Wert gegenüber anderen Währungen?

Der Euro ist in seiner Bewertung von vielen Faktoren am Devisenmarkt abhängig. So kann zum Beispiel die Zinsdifferenz zu anderen Währungen großen Einfluss auf dessen Wert nehmen. Das heißt dann, das der Euro immer dann am Weltmarkt attraktiv wird, wenn die Eurozone einen vergleichsweise hohen Zinssatz zu verzeichnen hat. Auch wenn die Wirtschaftsleistung im Euroraum einen deutlichen Anstieg erlebt, kann der Euro wertvoller am Markt werden. Da nehmen natürlich auch Überschüsse in der Handelsbilanz der Eurozone einen wichtigen Einfluss auf die Bewertung des Euro. Natürlich spielen auch Wachstum und Verknappung bei einer Währung – auch beim Euro – eine wichtige Rolle für deren Wert. Und die wiederum ist von der Politik der Zentralbank stark abhängig.

Wenn der Euro kritisiert wird, dann oftmals deshalb, weil er als nicht krisenfest bezeichnet wird. Und das sind nicht nur die Behauptungen von Privatleuten, die in Stammtischdiskussionen beschlossen wurden. Auch Ökonomen machen dem Euro genau diesen Vorwurf.

So wird immer wieder angemerkt, dass die europäische Gemeinschaftswährung für Europa und auch für Deutschland sicher nicht der richtige Weg zur politischen Union sein wird. Nach Meinung von Ökonomen wird die Wachstumschance durch den Euro wesentlich gebremst und damit könnte Deutschland dann im europäischen Prozess der Expansion irgendwann zum Schlusslicht werden. Der Verzicht auf die D-Mark hat nach Meinung einiger Experten dazu geführt, dass auch gleichzeitig die Stabilität in Europa aufgegeben wurde von Deutschland. Und zudem soll die deutsche Volkswirtschaft so auch ihre Chance verspielt haben, das bisher übliche hohe Lohnniveau gegenüber den anderen EU-Staaten zu halten.

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08. Januar 2009