Als richtiges Schutzschild wird der Euro von Finanzexperten inzwischen schon bezeichnet, obwohl er bei der Bevölkerung im Laufe seiner nunmehr zehnjährigen Karriere keine wirklich Beliebtheit erzielen konnte. Die Gedanken hängen noch immer etwas nostalgisch an der guten alten D-Mark.

In der Finanzkrise hat der Euro bisher eine richtig gute Figur abgegeben, das muss man ihm einfach lassen. Auch die Europäische Zentralbank bestätigt objektiv, dass der Euro sich in der Finanzkrise bisher  bewährt hat. Die Turbulenzen, die sich im Laufe des letzten Jahres an den Devisen- und Finanzmärkten ergebne haben, gegen die soll nach Ansicht von Volkswirten der Euro wirklich gut als Schutzschild fungiert haben.

Die Gründe für diese Behauptung sind vielfältig. Volkswirte gehen davon aus, das besonders die Volkswirtschaften von der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung stark profitiert haben. Die Schwierigkeiten im Bezug auf die Finanzkrise sollen somit nach deren Meinung weitaus größer ausgefallen sein, wäre der Euro als Gemeinschaftswährung nicht vorhanden gewesen. Die Erfahrungen aus den Zeiten vor der Einführung des Euro zeigen, dass solche Turbulenzen, wie sich in den letzten Monaten erlebt wurden, deutlich mehr Spannungen innerhalb der einzelnen europäischen Währungen gebracht hätte. Das hätte natürlich auch zwangsläufig politische Spannungen mit sich gebracht. Und die konnten – dem Euro sei Dank – nun fast komplett umschifft werden. Die Konzentration kann damit von allen Staaten, in denen der Euro Währung ist, komplett auf die Lösung der Finanzkrise gerichtet werden. Und weitere wirtschaftliche Auswirkungen, die einzelne Währungen mit sich gebracht hätten, sind damit allen Beteiligten auch gleich erspart geblieben.

Selbst Länder, die bisher standhaft gegen den Euro standen, haben offenbar inzwischen Überlegungen angestellt, ob die Qualifizierung für die Währungsunion nicht doch ein sinnvolles Ziel ist. Dabei ist klar, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie den aktuellen kein Automatismus aktiviert werden kann, um den Euro dann über Umwege einzuführen und Qualifizierungsprozesse zu umgehen. Klare Regel: Wer sich für den Euro qualifizieren will muss auch die Maastricht-Kriterien streng einhalten.

 

Aber wer den Blick auf die Einführung des Euro in der Slowakei richtet, stellt schnell fest, dass das Währungsgebiet des Euro längst keine geschlossene Veranstaltung mehr darstellt. Und so gilt zumindest offiziell das Motto, dass derjenige, der sich auch auf einer nachhaltig stabilen Basis für den Euro qualifiziert, in der Währungsunion auch sehr willkommen ist.

Weiterhin setzen die Manager der Europäischen Zentralbank ganz klar auf die Unabhängigkeit der Banken von den politischen Einflüssen Europas. Nur so kann die Preisstabilität gewährleistet werden. Und es darf gehofft werden, dass dies auch künftig in geplanter Form gewahrt bleibt.

Insgesamt werden in der Finanzwelt die ersten zehn Jahre des Euro als echter Erfolg bezeichnet. Ausnahmen bildet hier nur das Jahr 2008 mit einer Inflation, die dann ausnahmsweise über der durchschnittlichen Inflation lag. Ansonsten ist eine Inflation erreicht worden in den restlichen neun Jahren, die durchaus als im Rahmen der Preisstabilität liegend bezeichnet werden kann. Herausforderungen wurden nach Expertenmeinung sehr gut gemeistert.

Dementiert wird auch das Argument, dass die Einführung des Euro Preiserhöhungen mit sich gebracht habe. Auch wenn das für Teilbereiche der Wirtschaft durchaus zutrifft, so war das aber in der Gesamtheit des Preisindex, der dann alle Preise widerspiegelt, so nicht zu bejahen – nach Zentralbankaussagen. 

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05. Januar 2009