Sollen die Anleger im Jahr 2009 wirklich auf Gold setzen?

Der Dollar steht unter Druck – soviel ist klar. Und solange der Dollar solchen Druck erlebt, wie er derzeit aushalten muss, ist davon auszugehen, dass das Gold auch im Jahr 2009 eine Anlageform bleiben wird, die gut bewertet werden kann. Hintergrund ist wohl, dass die Notenbank in ihrer expansiven Geldpolitik anders handelt, als andere große Zentralbanken das tun.

Die Sache hat aber einen Haken und der liegt darin, dass der Markt eher von der Angst der Deflation als vor der Inflation kurzfristig beherrscht wird – und das ist dann auch schon eines der Hauptargumente für die Investition in Gold.

Dagegenhalten könnte man allerdings, dass der große Anstieg des Goldpreises auf ein Rekordhoch, das bei fast 1.030 Dollar pro Unze lag, eher seinen Kontext aus dem Anstieg des Rohstoffpreises insgesamt bezieht und dass es eigentlich eher nicht das Edelmetall ist, dass hierfür der Grund war.

Der grundsätzliche Ausverkauf der Rohstoffe konnte seit dem Sommer nicht verhindert werden und so fiel der Goldpreis dann im November auf seinen Tiefstand, der bei 680 Dollar lag. Dann aber kletterte er zum Jahreswechsel hin wieder und erreichte letztlich schnell wieder die Marke 800 Dollar.

Gold gilt generell in allen Zeiten schon als wirklich sicherer Hafen, der Wohlstand darstellt und einen Schutz vor Inflation bietet – neben seiner Eigenschaft als begehrtes Schmuckstück.

Wie ist aber der Ausblick für 2009 für das Gold?

Von Experten wird Gold weiterhin als Zeichen für Wohlstand betrachtet und auch die Kurseinbrüche beim gelben Edelmetall sind weitaus weniger drastisch ausgefallen, als das bei anderen Rohstoffen der Fall war. Auch die extreme Volatilität, der andere Finanzinstrumente ausgesetzt sind, ist beim Gold nicht zu verzeichnen. Gold fungiert als das Instrument des Werterhalts und hat eine hohe Liquiditätssicherheit zu verzeichnen.

Die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank wird nach Expertenmeinung wohl auch im ersten Quartal 2009 einen weiteren Anstieg der Goldpreise mit sich bringen. Allerdings ist dann eine Abschwächung der Preise bedingt durch aufkommende Finanzturbulenzen auf globaler Ebene zu erwarten – und dann wird die Welt auch wieder stärker auf den Dollar als Leitwährung setzten.

Insgesamt ist ein Rückgang nach Schmuck im kommenden Jahr in Europa und den USA zu erwarten – nicht zuletzt bedingt durch die Rezession. In Indien dagegen, dem Land, das weltweit als der größte Abnehmer von Goldschmuck gilt – wird auch weiterhin eine große Nachfrage nach dem Edelmetall bestehen. Das hat aber dann vornehmlich kulturelle Hintergründe, die weniger von der Goldpreisentwicklung abhängig gemacht werden. Daher werden aufgrund der verstärkten Nachfrage in Indien somit folglich die Goldpreise deutlich anziehen – das erwarten zumindest Experten mit ihren Prognosen.

Richtig interessant wird das Gold erst dann, wenn die Kehrtwende dahingehend eintritt, dass die Angst vor der Inflation die Angst vor der Deflation verdrängt. Dann ist eine Belebung im Geschäft mit dem Gold wohl zu erwarten.

Gemeinsam mit der Situation am Immobilienmarkt und an anderen Märkten wird der Goldpreis aber zunächst einen Einbruch erleben. Grundsätzlich wird Gold aber gerade in Zeiten der befürchteten Inflation ein gefragter Rohstoff bleiben.

Gold als Wertanlage sollte dann immer am besten in Form von Goldmünzen gekauft werden, denn die können physisch in Besitz genommen werden. Wenn es aber zum Alleräußersten kommt, weil nämlich alles andere keinen Wert mehr hat, dann kann man auch mit Gold niemanden mehr beeindrucken.

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03. Januar 2009