Auch nach Weihnachten setzte der Rubel seinen Abwärtstrend weiter fort. So hat am letzten Montag des Jahres die russische Notenbank dann die Abwertung um satten 1,7 Prozent gegenüber dem Währungskorb zugelassen, der zu 55 Prozent aus Dollar und zu 45 Prozent aus Euro besteht.

Das ist inzwischen die zwölfte Maßnahme, die in sieben Wochen vorgenommen wurde. Insgesamt fällt die russische Währung damit gegenüber dem Euro um 2,5 Prozent auf 41,6870 Rubel und erlebt so ihren tiefsten Stand seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Und im Verhältnis zur US-Währung ist gleichzeitig ein Minus von 0,7 Prozent zu verzeichnen und ein Preis von 29,1884 Rubel festgesetzt worden.

Die russische Währung erlebt derzeit richtig starken Druck im Hinblick auf ihre Abwertung, denn auch das volkwirtschaftliche Umfeld hat sich für Russland sehr nachteilig entwickelt. Wichtig für diese Entwicklung ist dabei der stark eingebrochene Ölpreis und auch die hohe Verschuldung der Unternehmen im Ausland stellt eine große Belastung dar – besonders vor dem Hintergrund der komplizierten Refinanzierungsbedingungen.

Gut 40 Dollar je Barrel Öl – also für 159 Liter – sind eine Starke Reduzierung gegenüber dem Hoch im Juli, als das Barrel noch über 100 Dollar gekostet hat. Der Einbruch der Exporte beträgt 27 Prozent während die Importe sich stabil zeigten.

Ein weiterer negativer Aspekt für den Rubel ergibt sich aus dem Blitzkrieg, der im August gegen Georgien ausgetragen wurde. So wurden seither rund 200 Milliarden Dollar an Investments aus Russland abgezogen und der Rubel hat gegenüber dem Warenkorb einen Verlust von rund 19 Prozent erfahren.

Auch die Rahmenbedingungen in Russland stehen nicht zum besten. Die Umsätze im Einzelhandel erlebten einen Rückgang um 3,4 Prozent. Auch die Arbeitslosigkeit stieg an und da waren es nach 6,1 Prozent Arbeitslosen dann inzwischen 6,6 Prozent der Bevölkerung, die ohne Arbeit war. Auch die Industrieproduktion verzeichnete ein Minus, das lag dann bei 8,7 Prozent und war das erste Minus, das hier innerhalb der letzten zehn Jahre verzeichnet werden musste.

Die Defizite im Land können sich im Jahr 2009 nach eigenen Angaben aus dem Finanzministerium Russlands auf rund 2,5 Billionen Rubel, also 63 Milliarden Euro, ausweiten.

Und auch sonst wird das Jahr 2009 für Russland sicherlich eines der schwierigsten, die je durchgestanden werden mussten in den vergangenen neun Jahren.

Der Ölpreisverfall ist es, der einen deutlichen Wachstumseinbruch mitgebracht hat und so legte die Wirtschaft im November in Russland dann nur noch um 1,6 Prozent zu – verglichen mit dem Vorjahr. So ist das geringste Wachstum der letzten drei Jahre zu verzeichnen gewesen, während im Oktober noch 5,9 Prozent Wachstum erreicht wurden.

Von der Regierung in Moskau werden für 2009 Wachstumszahlen im Bereich von 2,4 Prozent erwartet – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Ölpreis sich dann in einem Preisbereich von 50 Dollar für den Barrel stabilisieren kann.

Die Stützungsmaßnahmen, die von der Notenbank für den Rubel betrieben werden, sind auch die Devisenreserven geschrumpft, die nach einem Höchststand von 598,1 Milliarden Dollar nun nur noch 451 Milliarden Dollar betragen.

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02. Januar 2009