Die Rekordkürzung im Bereich der Ölproduktion, die von der OPEC Mitte der Woche beschlossen wurde, hat offenbar nichts gebracht. Der Ölpreis rutscht und rutscht – und hat inzwischen einen Preis von weniger als 39 Dollar erreicht.

Das wohl eine Entscheidung, die ihr Ziel nicht ganz erreicht hat, dass die OPEC die Ölproduktion gedrosselt hat. Nutzen – zumindest den erwünschten – hat es nicht gebracht, denn seit der Bekanntgabe, dass die Produktion gedrosselt wird, hat der Ölpreis weiterhin einen Trend nach unten genommen. Ein Ende ist augenscheinlich erst einmal offen, was den weiteren Preisverfall angeht.

Das Leichtöl aus Amerika hat nun erstmals seit 2004 seit Donnerstag einen neuen Tiefstand erreicht. Weniger als 39 Dollar kostet der Barrel. Ob das Kartell seine Ankündigungen überhaupt in die Tat umsetzen kann, das wird von Experten inzwischen stark bezweifelt.

Auch wenn der Ölhahn jetzt durch die OPEC zugedreht wird, hat die Talfahrt des Ölpreises kein Ende. Erst Mittwoche wurde vom Produzentenkartell, das 40 Prozent der Weltölproduktion stellt, den Schnitt in der Produktion angekündigt. Und schon Donnerstag rutscht der Preis für das Öl weiter in den Keller. Dass ab Januar täglich 2,2 Millionen Barrel weniger Öl gefördert werden, interessiert den Markt offenbar herzlich wenig. Addiert mit den Kürzungen, die im Sommer bereits umgesetzt wurden, ist das Angebot an Öl nun um über vier Millionen Barrel verringert worden.

Die Prüfung des Marktes und die Schätzungen hinsichtlich Angebot und Nachfrage, die im kommenden Jahr dann aktuell werden, wurde von der Konferenz ein deutliches Überangebot an Öl festgestellt. Mit anderen Worten: Das Angebot übersteigt die Nachfrage und das macht eben den Preis kaputt. Nun wird gekürzt und trotzdem steigt der Preis nicht – im Gegenteil.

Die Sorgen um den Preisverfall bleiben damit beim Kartell bestehen. Der Preis ist inzwischen von Spitzenpreisen im Bereich von 147 Dollar um satte 100 Dollar gesunken. Inzwischen ist der Preis sogar unter 39 Dollar gefallen – nach dem zweiten Kürzungsbeschluss.

Die Finanzkrise ist auch hier zum großen Teil schuld. Die Ölnachfrage ist erstmals seit 25 Jahren deutlich geschrumpft. Das sind klare Zahlen, die von der OPEC da veröffentlicht werden.

Von Fachleuten wird das Timing der OPEC hinsichtlich der Kürzung der Produktion als sehr gut beurteilt. Wenige Minuten vor der Veröffentlichung des Beschlusses der Kürzung hatte nämlich das US-Energieministerium den dortigen Anstieg der wöchentlichen Ölbestände bekannt gegeben und der war um 0,5 Millionen Barrel auf nun 321,3 Millionen Barrel gestiegen.

Fachleute fragen sich aber inzwischen nicht nur, ob die Kürzung etwas bringt. Auch die Frage taucht auf, ob sich alle OPEC-Mitglieder tatsächlich an die Kürzung halten. Wer ist wirklich von den ölliefernden Ländern bereit, die Kürzung auch zeitnah – nämlich zum 1. Januar, wie beschlossen – umzusetzen?

Wer sich noch an die Nachrichten aus den 1980er und 1990er Jahren erinnert, wird auch noch wissen, dass ein ähnliches Szenario sich damals auch schon abgespielt hat. Die geplanten Einschnitte waren damals nicht umgesetzt worden, den sehr auf den eigenen Vorteil bedacht, hat damals jedes Land versucht, aufgrund der damals fallenden Ölpreise vom anderen Land zu profitieren.

Die Autofahrer wird es zumindest freuen, wenn die Ölpreise weiterhin in den Keller gehen. 

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21. Dezember 2008