Systematisch Trade – Ein System entwickeln

Bereits in der Lernphase, in der man auch lernen sollte sich selbst einzuschätzen, sollte sich eine erfolgreicher Trader bereits Gedanken über ein eignes System machen. Beispielsweise könnte sich ein solches System an der Charttechnik, an möglichen Trends, an Unterstützungen oder Widerständen oder aber an den Handelssignalen charttechnischer Indikatoren orientieren. Es gibt eine Vielzahl von möglichen Ausrichtungen. Die Kunst ist es, ein für sich passendes System auszuwählen und anzupassen. Es bringt nichts, alle erdenklichen Analysemethoden in die eigene Entscheidung einfließen zu lassen. Dadurch wird man zu schnell mit Informationen überflutet. Das Gehirn ist nicht in der Lage so viele Informationen zu verarbeiten und anschließend eine schlüssige Strategie daraus zu entwickeln.

Als kleine Faustregel bei der Systementwicklung gilt daher: KISS. Keep ist simple stupid. Ein einfaches System heißt jedoch nicht, dass es nicht vorher ausgiebig getestet werden sollte. Entscheidet man sich beispielsweise für die Charttechnik, dann reichen die voreingestellten Standartanzeigen bei weitem nicht aus. Jeder Parameter muss so lange angepasst werden, bis er die besten Signale für das eigene System liefert. Back-Tests sind daher bei der Systementwicklung unerlässlich. Nur dadurch kann man feststellen, ob und wie erfolgreich die Signale waren. Dieser Arbeitsschritt nimmt sicherlich einige Zeit in Anspruch. Aber der Erfolg am Ende wird dafür entschädigen.

Hat der Investor nun ein auf wenigen Signalen beruhendes System entwickelt, kann es passieren, dass es zeitweise ganz einfach gar keine Signale liefert. Ein einfaches System nach der KISS-Regel steht immer unter diesem Risiko. Für diesen Fall gilt eine Grundeigenschaft im Handel: Disziplin. In der Zeit, in dem das System keine Signale liefert, an denen man sich orientieren kann, sollte auf den Handel komplett verzichtet werden. Und zwar so lange, bis das System wieder zuverlässige Signale liefert. Gelegenheit für gute Tradings gibt es immer wieder.

Risikobegrenzung

Eine weitere einfache Regel im Forex-Trade ist: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen. Leichter gesagt als getan. Denn hier zieht vielen Menschen die Psyche einen Strich durch die Rechnung. Man kann regelmäßig beobachten, wie sich Menschen in solchen Situationen genau entgegengesetzt verhalten. In der Hoffnung, man könne Verluste in der Zukunft wieder ausgleichen, werden diese einfach ausgesessen. Aus Angst Gewinne verlieren zu können, werden diese viel zu früh mitgenommen und Positionen zu früh geschlossen.

Das Setzen von Stopp-Loss-Marken ist daher für jede Position sinnvoll, vor allem aber dann, wann man nicht die Möglichkeit hat, den Markt ständig im Auge zu behalten. Wer mit Stopp-Loss-Marken arbeitet, hat sich sicher schon das eine oder andere mal geärgert, dass eine Position zu schnell ausgestoppt wurde und sich anschließend der Markt wieder zum gewünschten Kursziel entwickelt. Natürlich ist das ärgerlich, aber man sollte daraus nicht den Schluss ziehen, keine Stopp-Loss-Marken mehr zu setzen. Stopp-Marken sind dazu da, Verluste zu begrenzen. Statt auf das Setzen der Stopp-Marken zu verzichten, sollte vielleicht die eigene Stopp-Strategie komplett überdacht werden.

Die Risikobegrenzung ist nicht ganz einfach. Es gibt verschiedene Ansätze, wie man Risiken bei Investitionen minimieren kann. Die Diversifizierung ist eine Möglichkeit. Möchte ein Anleger auf verschiedene Wechselkurse wetten, dann sollten es solche sein, die nicht in die gleiche Richtung laufen und eng miteinander korrelieren. Geht der Anleger beispielsweise eine Long-Position in der Wechselkurspaarung EURUSD ein und eine weitere Short-Position in der Paarung USDCHF, so setzt er damit in beiden Fällen auf eine Abschwächung des Dollars. Entwickelt sich der Trend jedoch entgegen der Annahme, besteht die Gefahr durch die Stopp-Marken in beiden Positionen ausgestoppt zu werden. Dadurch wird das gesamte Risiko für das eigene Depot erhöht. Doch ein zu hohes Risiko für das Gesamtdepot gilt es zu vermeiden. Daher haben sich viele professionelle Trader ein eigenes Verlustlimit pro Tag gelegt, das etwa fünf Prozent des Gesamtkapitals ausmacht. Wird dieses Limit überschritten, wird der Handel für diesen Tag konsequent beendet, um nicht alles mit einem Schlag alles zu verspielen.

Es besteht für Investoren, die bei einem Devisen-Broker ein Konto haben und direkt Handeln, eine weitere Gefahr, die es zu beachten gilt: Setzt ein Investor sein gesamtes Kapital in einen Trade, hat der Devisen-Broker das Recht einen Nachschuss an liquiden Mitteln zu verlangen. Er kann auch die Position zwangsweise schließen, falls sich die Kurse nicht in die gewünschte Richtung entwickeln. Der mit einem Forex-Konto verbundene Hebel wirkt nämlich in beide Richtungen. Daher sollte man nie sein gesamtes Kapital für nur einen einzigen Trade einsetzen.

Auch für die Risikobegrenzung gibt es eine kleine Faustregel: Der erhoffte Gewinn sollte im Verhältnis von 2:1 zum möglichen Verlust stehen. Oder anderes ausgedrückt: Erhofft man sich durch einen Trade einen 30 prozentigen Gewinn, dann darf ein 15 prozentiges Verlustrisiko nicht überschritten werden, da sonst der Trade unattraktiv wird.

An sich selbst glauben

Je nachdem wie sich die Marktlage entwickelt, wie erfolgreich einzelne Trades sind und wie die eigene Gemütsverfassung ist, kommen beim Forex-Trade Emotionen ins Spiel. Gier, Selbstzweifel, Angst und Euphorie beeinflussen unsere Entscheidungsfindung und können im schlimmsten Fall zu einer falschen Entscheidung führen. Es gibt keine Patentlösung, wie sich Emotionen verhindern lassen. Aber gerade im Forex-Trade, wo es um sehr große Beträge geht, sollte man sich in einer stabilen emotionalen Verfassung befinden. Andernfalls sollte man dem Forex-Trade lieber fern bleiben, wenn man keine teuren Selbsterfahrungen machen möchte.

Das Handeln mit System hat sich bisher als die beste Möglichkeit gezeigt, Emotionen zu begrenzen. Auch wenn sich das System nicht immer als perfekt erweist, sollte man der Versuchung widerstehen, bei einem Misserfolg sofort das ganze System über Bord zu werfen. Deshalb sollte jeder Trader immer an sich selbst glauben, um erfolgreich im Forex-Trade zu sein.

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21. Dezember 2008