Durch die Finanzkrise ist der Streit zwischen bankeigenen und unabhängigen Vermögensverwaltern in eine neue Runde gegangen – angefeuert durch die aktuelle Wirtschaftslage. Da geht es um Kompetenz und um die Kosten, die der Anleger durch den jeweiligen Verwalter hat.

Manchmal erleidet ein Anleger auch einen Finanz-Gau – und der kann ihn dann je nach Höhe der Anlagen um Haus und Hof bringen. Wenn eben der Vermögensverwalter zuviel Vertrauen geschenkt bekommt und fast schon schalten und walten darf, wie er möchte. Und manchmal ist nicht nur der Anleger ratlos, sondern auch der Vermögensverwalter – und das ist eine heikle Sache in dem Job.

Wer zunächst durch einen Aktiencrash einen Großteil seines Geldes verliert, geht schon angeschlagen aus dem Spiel heraus. Wenn jetzt als Umkehrschluss das volle Vertrauen in Zertifikate, Hedgefonds- und Private-Equity-Modelle sowie geschlossene Fonds als Allheilmittel gesetzt wird, weil die Bank unter dem Aktien-GAU fix umschichtet, dann braucht es nur noch eine höhere Gewalt – in diesem Fall die Finanzkrise, um das angelegte Vermögen schnell schrumpfen zu lassen.

Ein solches Vorgehen ist ein absolut typischen Bankenportfolio, wie jetzt gerade in der Finanzkrise immer wieder festgestellt wird. Banken und deren Vermögensverwalter – neigen dazu, den Kunden generell eher hauseigene Produkte in Depots zu drücken. Dass sie an denen in erster Linie selbst verdienen, versteht sich von selbst. Eine Entwicklung zugunsten des Kunden ist schön. Wenn die aber nicht stattfindet, dann ist die Bank immer noch fein aus dem Schneider und zumindest hier ist die Rendite dann in Ordnung. Hintergrund ist, dass die Verkaufsprovisionen für diese Papiere direkt im eigenen Haus bleiben oder aber mit den Urhebern dieser Anlageprodukte seitens der Bank schon im Vorfeld Vereinbarungen über die Höhe der Rückvergütungen getroffen wurden. Das nennt sich dann im Fachjargon Kick-back-Zahlungen.

So müssen sich die Banken hinsichtlich der Vermögensverwaltung ihrer Kunden häufig den Vorwurf machen lassen, dass sie Schadensbegrenzung zu Lasten der Kunden betreiben. Auch wenn die Ablehnung der Banken gegen solche Vorwürfe ständig präsent ist – wirklich ausgeräumt werden die Zweifel nie. Banken behaupten zunächst einmal immer, dass die hauseigenen Vermögensverwalter ebenso unabhängig in der Produktauswahl sind wie der unabhängige Vermögensverwalter.

Angeblich ist die Praxis die, dass die hauseigenen Vermögensverwalter das günstigere Produkt der Konkurrenz wählen, wenn aber Gleichstand herrscht, das hauseigene Produkt vorziehen. Und das natürlich auch zunächst nur deshalb, weil man es eben besser kennt.

Von Banken wird darüber hinaus das Argument gebracht, dass die hauseigenen Vermögensverwalter eine weitaus breitere Produktpalette zur Verfügung haben und die eigenständigen und unabhängigen Verwalter hier schnell an Grenzen stoßen.

Zur Ehrenrettung der hauseigenen Verwalter von Banken kann aber gesagt werden, dass auch die unabhängigen Berater ganz schöne Schlitzohren sein können. Und so stellt sich heraus, dass auch bei großen Banken eine Reihe von Kunden wirklich hervorragend betreut werden. Leider ist es aber meistens so, dass eine Tendenz der Banken dahin geht, dass es eben schon einer größeren Menge an Geld bedarf, dass über den Tisch geht, um eine wirklich individuelle Beratung und Betreuung zu erhalten.

Oder ist das – hoffentlich – ein eher subjektiv geprägter Eindruck, der revidiert werden sollte?

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
20. Dezember 2008