Irgendwie war sie recht schnell wieder verflogen, die Euphorie an der Wall Street über den Zinsschritt, den die Fed beschlossen hatte. Eher sind es jetzt die mehr als schwachen Konjunkturaussichten und auch die miserablen Quartalsergebnisse, die im Vordergrund stehen. So verbuchten am Mittwoch die Leitindizes alle zusammen leichte Verluste.

Die große Freude über die Senkung der Leitzinsen währte an der Wall Street nicht wirklich lange, denn die Entscheidung und deren positive Reaktionen wurden schnell von der Realität eingeholt. Und so war es dann der Verlust der US-Großbank Morgan Stanley, der schnell wieder die Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

Der Negativtrend konnte auch nicht von den Kursgewinnen, die Einzelhändler erzielten und von den Finanztiteln gestoppt werden. Der Dow Jones Index für die Standardwerte hatte am Vortag, also am Dienstag, wohl einen Höhenflug, ging aber dann schließlich mit einem Minus mit 1,1 Prozent bzw. 8.824 Punkten aus dem Handel letztlich heraus. Im Verlaufe des Tages pendelte er im Bereich von 8.778 bis 8.921 Punkten. Auch der breiter gefasste S& P-500-Index fiel um ein Prozent und damit auf insgesamt 904 Zähler.

Verluste hatte auch der Index der Technologiebörse Nasdaq zu verzeichnen. Hier ging es um 0,7 Prozent Einbuße und damit einen Rückschritt auf 1.579 Stellen. Die Anleger des deutschen Aktienmarktes hatten dann aufgrund des recht überraschenden Schwenk der US-Notenbank im Hinblick auf die Nullzinspolitik einige Sorgen. So schloss der Dax dann auch 0,5 Prozent tiefer und damit bei 4.708 Zählern.

Das historische Tief, auf das die Fed ihren Leitzins gesenkt hatte, war eine vorübergehende Verabschiedung von der traditionellen Zinspolitik, der zugunsten des Kampfes gegen die Rezession genommen wurde. Jetzt ist die Sorge der Börsianer sehr groß, dass damit die gesamte Munition der Notenbank verschossen sein könnte. Welche Möglichkeiten bestehen nach einem Nullzins-Status noch, der Rezession entgegenzuwirken?

Irgendwie sind heute alle Börsianer ein wenig verkatert erwacht, denn die Sorge, dass die Fed nun im Hinblick auf die Rezession nicht mehr viel ausrichten kann, bleibt in den Köpfen der Händler weiterhin bestehen.

Die Apple-Aktien hatten am Mittwoch auch richtig kräftige Kurseinbußen zu verzeichnen. Der Hintergrund lag in der Sorge um die Gesundheit des Konzernchefs Steve Jobs. Der kann nämlich an der nächsten Fachkonferenz Macworld als Hauptredner nicht auftreten. Und damit waren auch Spekulationen entfacht worden, dass Apple nämlich überhaupt keine neuen Produkte vorzustellen habe. Somit musste die Apple-Aktie einen Verlust von 6,6 Prozent akzeptieren.

In der Folge der Herabstufung durch die Deutsche Bank mussten auch die Titel des großen Rivalen von Apple nachgeben. So hatte Microsoft Verluste von 2,2 Prozent zu verzeichnen. Und die Energietitel, die litten unter dem Fall des Ölpreises, der sich erneut eingestellt hatte. Zwar wurden seitens der OPEC drastische Einschnitte bei der Fördermenge angekündigt. Das hielt aber den Preis nicht aufrecht – der stürzte deutlich und lag dann letztlich drei Euro billiger bei 40 Dollar. Auch die Exxon-Papiere mussten Einbußen hinnehmen. Hier lagen sie am Mittwoch bei 2,5 Prozent.

Sehr gefragt waren am gesamten Mittwoch die Finanztitel – und das sogar, obwohl Morgan Stanley für das vierte Quartal 2008 einen Fehlbetrag verbuchen musste, der in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar lag. Das Interesse an den Aktien der Bank blieb jedoch weiterhin bestehen. Während zunächst Verluste in Höhe von vier Prozent zu verzeichnen waren, erholte sich das Papier letztlich und schloss dann auch fester mit 2,3 Prozent.

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20. Dezember 2008