Der Wechselkurs des Euros wird seit zwei Tagen stark nach unten korrigiert. In den letzten beiden Woche erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung von seinem Tief gegenüber dem Dollar und begann einen fast unaufhaltsam erscheinenden Aufwärtstrend. Doch seit dem gestrigen Donnerstag ist es damit zunächst vorbei. Fas acht Cent verlor der Euro seit Donnerstagabend gegenüber dem Dollar. Und schon werden Stimmen laut, dass der Kurs in den nächsten Monaten noch weiter fallen könnte.

Der Euro hat stark gegenüber der amerikanischen Landeswährung nachgegeben. Seit Donnerstagnachmittag sank der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung erst langsam, seit dem späten, europäisch dominierten Handel immer stärker. Im Laufe des Freitags fiel der Euro unter die Marke von 1,39 Dollar. Die Europäische Zentralbank teilte gestern mit, dass sie 2009 ihren Zinskorridor wieder auf 200 Basispunkte ausweiten wolle. Ab dem 21. Januar 2009 soll das Zinsniveau für die so genannte Einlagenfazilität um 100 Basispunkte liegen und damit unterhalb des Leitzinses. Der Zinssatz für die so genannte Spitzenrefinanzierungsfazilität soll nach der Mitteilung der Europäischen Zentralbank um 100 Basispunkte über dem Leitzinsniveau liegen.

Im gestrigen Forex-Trade notierte der Euro eine Zeitlang über der 1,47 Dollar Marke. Im späten Handel am Freitag lag der Wert des Euros nur noch unter der 1,39 Dollar Marke. Grund für die hohe Voltalität ist für viele Marktbeobachter die dünne Liquidität auf den Forex-Märkten. Die meisten großen Investoren haben sich für dieses Jahr verabschiedet. Die starken Kursschwankungen werden durch die geringeren Umsätze auf den Forex-Märkten ausgelöst, da schon kleine Investitionen oder Gewinnmitnahmen massive Auswirkungen auf die Wechselkurse haben können.

In den vergangenen Wochen ist der Wert des Euros um fast 20 Cent gestiegen. Nun befürchten viele Analysten, dass sich dieser Trend wieder umkehren könnte. Einige Prognosen gehen von einem Wertverlust von durchschnittlich zehn Prozent gegenüber dem Dollar in den kommenden Monaten aus. Als Gründe werden die wirtschaftliche Schwäche des Euroraums – so ist erst heute der Geschäftklimaindex in Frankreich wieder negativer ausgefallen als angenommen – sowie die Suche der Investoren nach Sicherheit. Im kommenden ersten Quartal 2009 erwarten die Analysten außerdem eine erneute Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Nach der Entscheidung der amerikanischen Notenbank die Leitzinsen auf ein Niveau zwischen Null und 0,25 Prozent zu senken, stehen die europäischen Zentralbanker unter Zugzwang. Den Druck hat heute die Bank of Japan noch einmal erhöht, nachdem sie die japanischen Leitzinsen auf 0,10 Prozent gesenkt haben, um dem starken Yen entgegenzuwirken. Dieser hatte in den vergangenen Tagen viel an Kraft gegenüber dem Dollar geworden und wurde so zu einem Risiko für die extrem exportlastige Wirtschaft Japans. Japan hat derzeit die niedrigsten Leitzinsen weltweit. Sollte die Europäische Zentralbank dem Druck nachgeben und die Leitzinsen für den Euroraum ebenfalls senken, sehen Analysten das nächste Kursziel für den Euro bei 1,25 Dollar.

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19. Dezember 2008