Dass die Finanzkrise nicht in kurzer Zeit ausgestanden sein wird, das ist fast jedem inzwischen klar geworden, der sich mit der Thematik mehr oder weniger intensiv beschäftigt. Und die Banken selbst haben unter der Krise auch erheblich zu leiden. So sind dann im Verlauf der Krise bis zu 180.000 Jobs bundesweit bei den Banken vom Abbau bedroht.

Studien sagen, dass die Bankenkrise ihren Höhepunkt noch erleben wird – ebenso wie die Steuerzahler noch weitere Belastungen hinnehmen werden und hier auch noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. Eine wirklich nachhaltige Lösung der Krise lässt sich nur erreichen, wenn die wirklich problematischen Papiere gebündelt und in einer sogenannten „schlechten Bank“ zusammengefasst werden – für die dann die Steuerzahler gerade stehen müssen.

So lauten jedenfalls die wesentlichen Aussagen einer sehr umfassenden Studie, die sich der Entwicklung des Bankensektors für die nächsten Jahre gewidmet hat. Eine große Unternehmensberatung hat sich dem Thema gewidmet und in mühevoller Kleinarbeit Auswertungen von Geschäftsberichten von Verbänden und Banken und auch Analysen von weltweiten Organisationen als Grundlage für diese Studie herangezogen. Zudem wurden zahlreiche Gespräche mit Bankvorständen der wichtigen Institute geführt, die von Beratern geführt wurden, die auch in die Gespräche zwischen deutschen Banken und der Politik im Kanzleramt involviert waren und an der Lösungsfindung für die Krise mitarbeiteten.

Genau diese Berater, die aktuelle Probleme also von allen Seiten beleuchtet betrachten konnten, sind dann zum Ergebnis gelangt, dass die Bankenkrise nun nicht – wie erwartet – im Jahr 2009 ihren Höhepunkt erlebt. Statt dessen wird sich der stetig steigende Verlauf bis zum Jahr 2010 hinziehen und erst dann seine volle Blüte erreichen.

Und gemäß den Ergebnissen dieser Studie wird der Bankensektor in Deutschland damit erstmalig seit 15 Jahren einen kumulierten operativen Verlust hinnehmen müssen, der bei ca. zwei Milliarden Euro liegen könnte. Die Vergleichszahl hier für das Jahr liegt bei einem erwarteten Betriebsgewinn von 15 Milliarden Euro – auch weil die stabilen Gewinne der Sparkassen und Volksbanken hier positive Einflüsse genommen haben. Und somit wird es dann nicht das Jahr 2009 sein, das eines der schwierigsten für die deutschen Banken wird.

Der Ergebnisrückgang muss allerdings aufgefangen werden und da sind personalwirtschaftliche Maßnahmen zunächst einmal die schnellste und effizienteste Maßnahme. Damit werden bis zum Jahr 2010 zwischen 150.000 und 180.000 Köpfe rollen – in Form von Jobs im Bankensektor. Und niemand wird glauben, dass hier der Hebel in den oberen Etagen zuerst oder parallel zu unteren Hierarchieebenen angesetzt wird. Maximal 530.000 Jobs sind es dann bundesweit im Bankenbereich, die erhalten bleiben.

Einzelne Vorhersagen für Banken wurden in der Studie aber nicht getätigt. Lediglich für die Deutsche Bank wurden vorsichtige Schätzungen herausgegeben und die brachten dann ein Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro Belastungen für das vierte Quartal 2008. Das Abflauen der Abschreibungswelle schreitet voran und so droht den strukturierten Wertpapieren nun die Verschlechterung des bis dahin eher traditionellen Kreditbuches. Auch die Refinanzierung 2009 und 2010 gestaltet sich schwierig. Aber auch hierzu wolle sich die Deutsche Bank nicht öffentlich äußern.

Insgesamt waren es im Rahmen der Finanzkrise bisher rund 53 Milliarden Euro, die deutsche Banken nun abschreiben mussten. Finanziert wird dieser Verlust nun erst einmal durch Jobbabbau.

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17. Dezember 2008