Auch am Freitag konnte die europäische Gemeinschaftswährung ihren Höhenflug fortsetzen. Dabei erreichte der Euro den höchsten Stand seit knapp zwei Monaten. Auf seinem Tageshoch kostete der Euro 1,3415 Dollar. Mitte Oktober hatte er das letzte Mal einen solchen Wert erreicht, bevor er dann fast ein fünftel seines Wertes verlor. Im späten europäisch geprägten Forex-Trade notierte der Euro wieder bei 1,3375 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte heute Mittag den Referenzkurs für die Währungspaarung EURUSD mit 1,3340 Dollar bzw. 07496 Euro festgelegt. Zum Vergleich: Am Donnerstag lag der Referenzkurs noch bei 1,3215 Dollar bzw. 0,7576 Euro.

Heute konnte der Euro vor allem von dem gescheiterten Rettungspaket für die amerikanische Automobilbranche profitieren. Das Hilfsprogramm für die Automobilindustrie sollte, ähnlich wie das Bankenrettungspaket, die Branche vor dem drohenden Kollaps bewahren. Doch der US Senat verweigerte seine Zustimmung und brachte das Hilfsprogramm zu fall. Die Börsenwerte von General Motors und Chrysler stürzten danach ins Bodenlose. Auch die deutsche Börse reagierte entsprechend heftig. Am Abend aber kam noch einmal Hoffnung für die Autobauer in den Vereinigten Staaten auf. Der noch amtierende Präsident George W. Bush und der künftige Präsident Barack Obama haben ihre Bereitschaft signalisiert, das Hilfsprogramm noch einmal genauer zu analysieren und die benötigten finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dafür wollen sie auf die Mittel aus dem Paket zur Rettung der Finanzbranche zurückgreifen. Der Dollar wurde von dem Hin und Her um das Rettungspaket für die Automobilindustrie schwer belastet.

Weiterhin sind die Forex-Märkte derzeit durch geringe Liquidität geprägt. Grund dafür ist zum einen das bevorstehende Weihnachtsfest. Regelmäßig gehen in dieser Zeit die Forex-Trades zurück. Dadurch verstärken sich Kursschwankungen prinzipiell, da schon kleinere Investitionen zu kräftigen Bewegungen an den Märkten führen können. Ein weiterer Grund ist, dass vor dem Hintergrund des nahenden Jahresende viele Investoren vermehrte ihre Gewinne realisieren. Die Gewinnmitnahmen belasten ebenfalls die amerikanische Währung. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte heute wiederum auch von den Signalen der Europäischen Zentralbank profitieren. Diese wird im Laufe der nächsten Woche einige wichtige geldpolitische Entscheidungen bekannt geben. Analysten gehen davon aus, dass wahrscheinlich die Leitzinsen nicht so stark wie bisher angenommen gesenkt werden. Aus Kreisen der Zentralbank wurde im Angesicht der Leitzinssenkungen der Bank of Canada und der Schweizer Nationalbank vor weiteren zu starken Zinssenkungen gewarnt.

Das Britische Pfund Sterling zeigte sich am heutigem Handelstag wieder sehr schwach. Mit 0,8942 Britischen Pfund markierte die englische Landeswährung ein neues Allzeittief gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Analysten gehen davon aus, dass das Britische Pfund für längere Zeit auf das Niveau unter 0,95 Pence pro Euro fallen könnte. Das Britische Pfund wird zur Zeit vom schwachen britischen Immobilienmarkt, dem kränkelnden Bankensystem und der zunehmenden Verschuldung der privaten Haushalte massiv gedrückt. Langsam macht sich auch der Eindruck breit, dass die britische Regierung mit Absicht nichts gegen die Abwertung unternehmen will.

 

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13. Dezember 2008