Jetzt müssen wohl auch die Autoriesen Daimler und BMW sich mit der Tatsache anfreunden, mitten in die Finanzkrise gezogen zu werden. Durch einen starken Einbuch bei der Autonachfrage ist es inzwischen bei den beiden großen Autobauern unumgänglich, dass Zwangspausen eingelegt werden in der Produktion.

Auch wenn der Vorstand von BMW lautstark fordert, dass der Staat nun eingreifen müssen, so müssen sich die beiden Nobelkarossenbauer wohl erst einmal darauf einstellen, dass sie jetzt erst ein laues Lüftchen der Finanzkrise zu spüren bekommen. Das Auto wird irgendwie in den letzten Monaten zum Ladenhüter und auch die Nachfrage nach den echt teuren Autos geht jetzt zurück. Da verlangen die Chefs beider Konzerne nach dem rettenden Fallschirm, der von staatlicher Seite ausgeteilt wird.

Es wird gefordert, dass schwierige Zeiten dann staatlich gestützt werden. Zumal sich die Lage der Automobilindustrie in nächster Zeit nicht entschärfen wird. Im Gegenteil, der Wind wird wohl noch rauer werden und die Lage der Zulieferer könnte sich wohl auch drastisch verschärfen. Zur Zeit müssen die Autobauer nur mit weniger Gewinnen rechnen. Auch besteht die Möglichkeit, dass in nächster Zeit die Gewinne auf 0 heruntergefahren werden. Aber spätestens dann, wenn die Konzerne ihre Liquidität verlieren, kann das für die Wirtschaft böse Folgen haben. Und da möchten die Konzernchefs wohl schon vorbauen, um es nicht erst soweit kommen zu lassen. Denkt man Böses, wenn man annimmt, dass ein wenig eigene Fellrettung da auch im Hinterkopf vorhanden ist?

Die aktuelle Blockade des Kapitalmarktes ist es, die den Autobauern Kopfzerbrechen bereitet, denn Mittel stehen damit nicht mehr zur Verfügung. Aber genau die sind es, die die großen Konzerne benötigen, um die Finanzkrise halbwegs unbeschadet zu überstehen. Aus dem Finanzressort vom BMW dringen Nachrichten an die Öffentlichkeit, dass man wohl keine Möglichkeiten mehr sehe, die aktuelle Problematik allein zu stemmen.

Auch die Autobanken sind wohl in nächster Zeit darauf angewiesen, dass der Staat – also dann eben die Steuerzahler, die selbst in finanzieller Schieflage sind – sich der Problematik annimmt und helfend einschreitet. Auch wenn BMW sich selbst noch als grundsolide einschätzt, wird dann weiterhin Eigenkapital zur Verfügung hat, um den Verpflichtungen jederzeit nachkommen zu können, kann sich das langfristig ändern. Bei den Autobanken ist es dann die Absatzfinanzierung, die größere Löcher in den Geldbeutel reißen kann und da ist die Versorgung mit Mitteln vom Kapitalmarkt dringend erforderlich. Das aber kann zum Problem werden für die Autobanken, denn die Banken zeigen sich aktuell eher zögerlich mit der Vergabe von Krediten.

Die Folge wäre ein Zusammenbruch der Absatzfinanzierung – und genau hier sehen die großen Autokonzerne Handlungsbedarf von staatlicher Seite.

Damit die Situation schon in den Anfängen geklärt und der Rettungsanker ausgeworfen werden kann, haben die Autokonzerne nun den für sie zuständigen Branchenverband – genannt VDA – mit der Behandlung des Themas beauftragt.

Auch wenn hierfür dann wieder staatlicher Gelder locker gemacht werden müssen – die Frage ist doch, ob die Finanzkrise sich derart ausweiten darf, dass nun auch große Autokonzerne in die Schräglage gelangen und damit dann schlussendlich auch Arbeitsplätze riskiert werden.

 

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08. Dezember 2008