Es ist keine Überraschung, dass der Forex-Trade am heutigen Montag eher verhalten startete. Am Freitag erwarteten die Analysten voller Spannung den G20 Finanzgipfel. Dass es am Wochenende vor alle bei Absichtserklärung geblieben ist, hat aber niemand verwundert. Das Wochenende hat jeweils kaum dazu beigetragen, die Risikofreude der Anleger zu steigern. Der Gipfel endet mit einer Grundsatzerklärung aber ohne konkrete Beschlüsse. Die Bemühungen zur Neuordnung des Finanzsystems und der Stabilisierung der globalen Wirtschaft wurden in einem 50 Punkte Plan festgehalten. Sie reichen von der verstärkten Überwachung von Rating-Agenturen, Regelung der Hedge Fonds und klaren Bilanzierungsregeln bis zu nationalen Initiativen der konjunkturellen Belebung. Der Devisen-Experte Folker Hellmeyer drückte es wie folgt aus: „Die Veranstaltung hat die Erwartungen erfüllt und leider nicht übertroffen“. Der Fahrplan zur Realisierung der Neuordnung und Stabilisierung ist recht eng kalkuliert. Nach dem Versagen vieler Banken und der Kontrollinstanzen, egal ob national oder supranational, soll das Finanzsystem den aktuellen Anforderungen angepasst werden. Auch dem enormen Machtzuwachs der Schwellenländer wird entsprechend Rechnung getragen. Der internationale Warenverkehr aber leidet stark unter den massiven Einschränkungen der Finanzierung von Exporten/Importen. Gerade in einer Wirtschaft, die auf globale Arbeitsteilung setzt, ist die Funktionsfähigkeit dieses Marktsegments von bedeutender Wichtigkeit. Hier muss die internationale Politik und Bankengemeinschaft sofort ansetzen. Denn die Kreditkrise trifft diesen Teil der globalen Wirtschaft besonders hart und darf daher nicht länger auf die lange Bank geschoben werden. Zunächst muss der Devisenmarkt abwarten, welche Institution überhaupt die Einhaltung der vereinbarten strengeren Regeln für den Finanzsektor überprüfen soll. Es wird ganz einfach noch eine ganze Weile dauern, um die vielen Probleme zu bewältigen, die die globale Finanzkrise an die Oberfläche gebracht haben. Die Trends und Kursschwankungen, wie sie sich letzte Woche bereits abgezeichnet haben, wird noch eine ganze Weile anhalten. Einige Marktteilnehmer sehen den nächsten Tagen optimistischer entgegen. Viele gehen davon aus, dass sich die von den geringen Volumina getriebene Volatilität der Wechselkurse in den letzten Wochen wieder etwas legen könnten. Da sich in der letzten Zeit vor allem große Forex-Trader mit Positionierungen zurück gehalten habe, konnten auch schon kleine Orders zu großen Wechselkurssprüngen führen. In den Vereinigten Staaten werden diese Woche wichtige Indizes der amerikanischen Wirtschaft bekannt gegeben. Weiterhin richten die Experten ihren Blick auf die Inflationsentwicklung in den USA. Die Importpreisindizes letzte Woche zeigten bereits deutlich das starke Minus im Vergleich zum Vormonat. Die Baisse an den Rohstoffmärkten hat bereits deutliche Spuren in der Inflationsentwicklung hinterlassen. Auch beim amerikanischen Erzeugerpreisindex lässt sich gegenüber September ein deutlicher Rückgang erkennen. Der Rückgang wird derzeit auf das große Minus bei den Energiepreisen zurück geführt. Weiterhin belastet die hohe Arbeitslosigkeit, die schlechte Konsumentenstimmung und der Lieferzeitindex den Index für Frühindikatoren. Frustpotential scheint es viel zu geben.

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17. November 2008