Schon wieder ist es passiert: die Europäische Zentralbank hat sich dazu entschlossen, einen der größten Zinsschritte in ihrer Geschichte zu tun. Heraus gekommen ist dann, dass der Leitzins um 75 Basispunkte auf 2,5 Prozent gesenkt wurde. So haben wir den wohl niedrigsten Stand seit März 2006 zu verzeichnen. Aber können ständig sinkende Zinsen die Rezession wirklich verhindern?

Weil die Rezession inzwischen schon fast ganz Europa fest im Griff hat, vermuten Experten, dass seitens der Europäischen Zentralbank in den nächsten Monaten hinsichtlich der Zinssenkungen noch einmal stark nachgelegt wird.

Da sind es dann nur vorsichtige Vermutungen, die aber auf gutem Hintergrundwissen basieren, die dann die maximale Grenze des Leitzins in der Mitte von 2009 bei nur noch 2,0 Prozent sehen. Zur Vermutung kommt hinzu, dass eben die Inflationsrate hier auch noch eine Rolle spielt und die liegt im Raum des Euro aktuell bei 2,1 Prozent und hat damit auch schon einen herben Sturz erlebt – liege sie doch damit nur noch ziemlich knapp über der Marke von 2,0 Prozent, die von der Europäischen Zentralbank aktuell gesteckt wurde.

Liegt aber wirklich die Hoffnung ausschließlich in der ständigen Steigung der Zinssätze? Vermutlich sollte da wohl eher keine allzu hoch angesetzten Erwartungen daran gehängt werden. Natürlich ist es unanfechtbar, dass die Rezession so ein wenig abgefedert werden kann. Aber dagegen steht dann wohl, dass sich sinkende Zinsen eben auch auf die Konjunktur auswirken. Und es kann dann nach Expertenmeinung bis zu vier Quartale dauern, bis die sinkenden Zinssätze ihre volle Wirkung in der Konjunktur dann auch zeigen.

Und so kann man in zahlreichen Berichten von Ökonomen dann lesen, dass das Bruttoinlandsprodukt in den ersten zwei Quartalen 2009 wohl richtig stark zurückgehen wird. Aber die wirkliche Realität erreicht uns dann ab dem dritten Quartal – wenn dann nämlich die Talsohle der Konjunktur erreicht sein wird.

Und dann gibt es da ja auch noch die Kritiker, die bemängeln, dass die Europäische Zentralbank die Zinssätze nicht gleich noch stärker abgesenkt hat. Aber sollte man hier nicht mit Vorsicht kritisieren?

Verglichen mit der Zentralbank von Großbritannien, die gleich 100 Basispunkte beim Leitzins gesenkt hat und damit auf 2,0 Prozent reduziert hat, liegen wir natürlich noch im zögerlichen Bereich. Von Schweden, die gleich mit 175 Punkten gesenkt haben, gar nicht erst zu reden.

Die Frage ist nur, welche Auswirkungen diese wirklich aggressiven Aktionen dann haben können.

Vielleicht wirkt sich die starke Zinssatzsenkung dann auch einmal kontraproduktiv an den Märkten aus? Weil eben von den Marktteilnehmern dann auch vermutet werden könnte, dass bei der Zentralbank mehr Wissen steckt und die Lage deshalb von der Bank als noch dramatischer eingestuft wird, als sie bei den Marktteilnehmern bisher eingeschätzt wird?

 

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
05. Dezember 2008