Der Devisenhandel wird mehr und mehr von der Risikoneigung der Investoren beeinflusst. Das bedeutet, dass sich derzeit die wachsende Risikobereitschaft in steigenden Aktienmärkten abzeichnet. Da die Forex-Märkte derzeit von der Entwicklung der Aktienmärkte beeinflusst werden, bedeutet steigende Wertpapierkurse auch ein Aufschwung des Eurokurses. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass sinkende Risikobereitschaft zu fallenden Aktienkursen führt. Die wiederum stärkt den Dollar und führt zu steigenden Dollarkursen. Gegenwärtig lassen sich enge Beziehungen zwischen Aktienkursentwicklungen und den Wechselkursen des Währungspaares EURUSD erkennen.

Bleiben die Wirtschaftszahlen auch weiterhin auf dem schlechten Niveau wie bisher, bleibt auch die Risikoscheu der Anleger hoch. Deshalb hat zur Zeit der Euro nicht die Kraft, sich nachhaltig gegen den Dollar zu festigen. Die Werte des ISM Index des verarbeitenden Gewerbes sind auf so ein tiefes Niveau gefallen wie seit über 26 Jahren nicht mehr.

Einige Analysten hegen dennoch die Hoffnung, dass die US Notenbank die Leitzinsen noch einmal senken könnte. Allerdings bleibt der amerikanischen Notenbank kein großer Spielraum mehr nach unten. Derzeit liegt das Leitzinsniveau auf 1,00 Prozent. Letzte Woche hat die Fed bekannt gegeben, Hypothekenpapiere und forderungsbesicherte Wertpapiere in Höhe von über 800 Milliarden aufzukaufen, um die amerikanische Wirtschaft wieder anzukurbeln. Damit wendet sich die Fed einer Lockerung ihrer bisher betriebenen Geldpolitik zu. Die Marktbeobachter sehen außerdem in der Liquiditätsausweitung eine Maßnahme den deflationären Entwicklungen der amerikanischen Wirtschaft entgegen zu wirken. Die Zunahme der Risikobereitschaft der Investoren und das damit verbundene Setzen auf eine konjunkturelle Erholung, ist eine wesentliche Voraussetzung für das Überwinden der Schwäche des Euros.

Zur Zeit ist eine solche Entwicklung jedoch nicht absehbar. Analysten und Beobachter der Forex-Märkte befürchten kurzfristig sogar eine gegenteilige Entwicklung. Auch in dieser Woche werden wieder konjunkturelle Wirtschaftsdaten in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone bekannt gegeben. Von allen Zahlen wird jedoch nicht erwartet, dass sie zu einer Bodenbildung beitragen werden. Das heißt, auch diese Daten könnten schlechter ausfallen, als bisher angenommen und so zum rezessiven Bild der Weltwirtschaft beitragen. In den USA werden heute die Absatzzahlen der Automobilwirtschaft veröffentlicht. Sie gelten als Stimmungsbarometer für die Einzelhandelsumsätze für den vergangenen Monat. Auch hier sind sich die Experten einig, dass die Zahlen dramatisch zurück gegangen sein werden und auf eine entsprechende Konsumschwäche hindeuten.

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
02. Dezember 2008