Im Wesentlichen sind es im Devisenhandel drei Gruppen, die die Bewegung am Devisenmarkt überhaupt bestimmen. Das sind dann die Spekulanten, die Hedger und die Interventionisten. Einer der größten Spekulanten in diesem Bereich war wohl bisher Jesse Livermore, der dann zum Ende des 20. Jahrhunderts letztlich von George Soros gefolgt wurde. Wichtig für diese Bewegung hier sind dann noch die Hedge-Fonds als wirklich gewichtige Gruppe am Markt, aber auch eine Anzahl von Kleinspekulanten in Millionenhöhe.

Allen gemeinsam ist, dass sie die Gelegenheiten an den Devisenmärkten erkennen und zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Der Vorwurf, dass hier Gewinne auf Kosten anderer erwirtschaftet werden, steht dabei immer im Raum. Tatsache ist aber, dass hier lediglich ohnehin vorhandene Schwachstellen ausgenutzt werden und dass sich damit eine natürliche und auch sehr erwünschte Marktbereinigung ergibt.

Das zeigt sich dann dahingehend, dass beispielsweise der US-Dollar schwächelt und ein Spekulant dann daran verdient. Allerdings stehen hinter diesem Schwächeln des US-Dollars lediglich Versäumnisse, die sich in der US-amerikanischen Volkswirtschaft ergeben haben. Diese Ungleichgewicht wäre ohnehin früher oder später durch die Märkte korrigiert worden. Der gute Spekulant nutzt diese Entwicklung lediglich vorausschauend und verdient damit sein Geld – geht aber auch das Risiko ein, aus einer Fehleinschätzung einen Verlust einzufahren.

Die sogenannten Hedger, also die Absicherer – arbeiten allerdings nicht mit Gewinnabsichten. Diese Hedger sichern lediglich das Währungsrisiko ab. So heißt das in der Praxis, dass die Hedger dann heute bereits die Währung ankaufen, die sie dann morgen benötigen. Das Motiv ist hier, dass der heutige Preis bekannt ist, mit dem Preis von morgen aber kalkuliert werden kann.

So kann ein Exporteur, der eine Gerätschaft für einen Preis von 100.000 US-Dollar nach Amerika verkauft hat, den in Rechnung gestellten Betrag aber erst in sechs Monaten in den entsprechenden US-Dollar erhält, dann bedingt durch das Wechselkursrisiko bei einem Wertverlust des US-Dollar in diesem Zeitraum auch Geld verlieren. Durch die schlechte Einschätzbarkeit der Wertentwicklung ist hier eben ein Risiko gegeben, mit dem der Exporteur leben muss, dass aber eben auch einen positiven Verlauf nehmen kann, der dann mit einer Werterhöhung des US-Dollar in diesem Zeitraum begründet ist. Der Exporteur lebt einfach ein völlig normales Geschäftsrisiko.

Die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen sind übrigens wirklich sehr groß und das folgende Beispiel zeigt das bildhaft:

Ein Anleger investiert dann in US-Aktien in einer Höhe von 100.000 Euro. Die Summe bringt ihm dann bei dem aktuellen, fiktiven EUR/USD-Wechselkurs von 0,90 dann 90.000 US-Dollar, die dann in den USA angelegt werden. Durch einen Anstieg der Aktienkurse um fünf Prozent hat sein Depot damit einen aktuellen Wert von 95.00 US-Dollar, was den Anleger dazu bewegt, sein Depot gewinnbringend zu verkaufen. Leider ist der US-Dollar inzwischen im Wert gesunken und nun müssen 1,12 US-Dollar für den Euro bezahlt werden. Der Rücktausch bringt dem Anleger dann eine Depotwert von 94.5000 US-Dollar, was dann letztlich nur ein wenig mehr als 84.800 bringt. So hat der Anleger bedingt durch die veränderlichen Wechselkurse dann insgesamt einen Verlust von 15.200 Euro gemacht und damit rund 15 Prozent seines Startkapitals durch variable Wechselkurse verloren. Kombiniert mit der Spekulation am Devisenmarkt hätten sich hier jedoch sogar Gewinne erzielen lassen, wenn diese Faktoren berücksichtigt worden wären. 

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30. November 2008