Die Kursausschläge der Devisen in den vergangenen Tagen und Wochen ist schon auffällig. Der österreichische Forex-Experte René Neukirch fragt deshalb nicht unbegründet, ob wir uns an die extremen Schwankungen gewöhnen müssen. Die gestrige Kursrallye brachte Ausschläge zwischen 300 und 400 Pips. Und das innerhalb kürzester Zeit und ohne Rücksetzer, so die Analyse von Neukirch. Fraglich ist, ob der für das Wochenende geplante Weltfinanzgipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsnation daran etwas ändern wird. Die Finanzkrise wird die globale Wirtschaft noch lange Zeit beschäftigen. Besonders auffällig ist derzeit die Schwäche des Britischen Pfundes. Gestern verlor das Pfund nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch gegenüber dem Schweizer Franken. Der Verlust des Britischen Pfunds gegenüber dem Schweizer Franken um 3,74 Prozent, gegenüber dem japanischen Yen verlor der Pfund sogar 4,05 Prozent. In Großbritannien bewegen sich vier große Banken am Rande des Untergangs. Lange wurden ausländische Investoren von der boomenden Banken- und Investmentfonds-Branche angezogen. Vor allem Schwellenländer, Länder aus dem Nahe Osten und Asien investierten in den Pfund. Allerdings hat der Verlust im Zuge der Kreditkrise das Vertrauen der Anleger erschüttert. Die Folge ist ein rapider Abzug des Kapitals als britischen Finanzinstituten. Die britische Notenbank senkte im vergangenen Monat den Leitzins immer wieder. Eine solche massive Kappung der Leitzinsen auf drei Prozent gab es seit der britischen Wirtschaftskrise zu Beginn der 90er Jahre nicht mehr. Die Zentralbank hofft, dadurch einer tiefgreifenden Rezession entgegenzuwirken. Der große Haken an der Sache ist allerdings, dass damit Investitionen in das Britische Pfund für Anleger noch unattraktiver. Mit den Kursschwankungen im Forex-Trading ist auch noch einige Zeit zu rechnen. Die Deutsche Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008 bereinigt um 0,5 Prozent gefallen im Vergleich zum vorhergehenden Quartal. Verglichen mit dem Geschäftsjahr 2007 stieg das Bruttoinlandsprodukt jedoch um 1,3 Prozent. Das entspricht einer Zuwachsrate von 0,8 Prozent. Der Euro gilt Branchenexperten derzeit als großer Gewinner. Dennoch leidet die europäische Gemeinschaftswährung unter der beginnenden Rezession in Deutschland. An den asiatischen Börsen konnte der Euro leichte Gewinnzuwächse verzeichnen. Derzeit wird große Hoffnung in den heute beginnenden Weltfinanzgipfel in Washington gesetzt, denn der Euro kann davon immer noch am meisten profitieren. Sollte es jedoch zu keiner Lösung am Wochenende kommen, dann wird nach Meinung der Analysten der Druck auf den Euro wieder steigen. Japan hat bereits angekündigt, 100 Milliarden US-Dollar dem Internationalen Währungsfond zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollen die Schwellenländer besser als bisher unterstützt werden. In den vergangenen Tagen suchten viele Anleger im Japanischen Yen einen vermeintlich „sicheren Hafen“. Die Konjunkturdaten, Entwicklung der Verbraucherpreise und das Verbrauchervertrauen aus den USA werden heute mit Hochspannung erwartet. 

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14. November 2008